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17. Dez 2009

Jährliches Trägertreffen von DFL/DFB und KOS

Die Räume in der obersten Etage der DFL platzen fast aus allen Nähten. Denn mehr als 80 Teilnehmer zählte das nunmehr zweite Zuwendungsgeber-Treffen, welches DFB und DFL seit 2008 gemeinsam mit der KOS ausrichten. Vertreter/innen der Trägereinrichtungen, der Fanprojekte und Verbände sowie weitere Experten diskutierten angeregt miteinander.

Im Sommer 2008 wurden die Förderrichtlinien für Fanprojekte durch DFB und DFL geändert. Es ist nun pro Einrichtung eine Fördersumme der Verbände von bis zu 60.000 pro Fanprojekt möglich, egal in welcher Liga der Bezugsverein spielt. Voraussetzung ist allerdings, dass auch Land und Kommune ihren Beitrag zur Drittelfinanzierung leisten. Weiterhin entwickelten DFB und DFL und weitere Partner gemeinsam mit der KOS das Qualitätssiegel für „Fanprojekte nach dem NKSS“, das im nächsten Jahr Realität werden soll, und erbaten sich eine jährliche Zusammenkunft aller Fanprojekt-Träger bzw. deren Mitarbeitern. Die Beteiligung an diesem eher angenehmen „Pflichttreffen“ fiel beeindruckend hoch aus.

  • Hier finden Sie die Tagungsprogramm

Spannungsfelder nicht verschweigen

Die Zusammenkunft in der Frankfurter DFL-Zentrale wurde vom Fankoordinator der DFL, Thomas Schneider, moderiert und stand unter dem thematischen Motto: „Spannungsfeld Sicherheit/Fanprojekte/Fans“. Zwei Inputreferate der Fanprojektleiter aus Rostock (Nico Stroech) und Jena (Matthias Stein), die sich insbesondere den Reibungspunkten der Arbeit in Bezug auf Fans und Polizei widmeten, beschrieben sehr eindringlich und mit Blick auf die Verantwortung der Träger die subjektive Problemlage aus Sicht der Mitarbeiter/innen der Fanprojekte.

Nach der Mittagspause ging es in eine Diskussionsrunde über die Verantwortung aber auch die Grenzen der Träger. Für Fanprojekte sind drei verschiedene Konstruktionen denkbar, um die Verankerung in der Jugendhilfe zu gewährleisten: Sie können direkt in der Verantwortung der Kommune beim Jugendamt angesiedelt sein, einen großen Wohlfahrtsverband als Träger haben oder aber bei einem freien, anerkannten Trägerverein der Jugendhilfe angesiedelt sein. Auf dem Podium diskutierten mit Anne Haupt von der AWO Rostock und Dieter Bänisch vom freien Trägerverein Jugend und Sport Hamburg zwei Vertreter/innen der Trägerlandschaft, Ralf Busch (BAG-Sprecher, FP Berlin), Jörg Rodenbüsch (FP Saarbrücken), Eckhard Gremmler (ehemals sozialpsychologischer Dienst der Polizei Niedersachsen) moderiert von Andreas Klose, Prorektor an der FH Potsdam und Mitautor der Studie zum „Zuschauerverhalten im Profifußball“. Spannend für viele Teilnehmer/innen des Treffens war insbesondere die Debatte um die vielen zahlreichen Konflikte, die ein Fanprojekt mit städtischen Behörden, den Vereinen und der Polizei haben kann. Hier wurde deutlich, dass für den Erfolg der Fanprojektarbeit neben einem  pädagogisches Konzept, fachlich guter Mitarbeiter/innen  mit entsprechender Vernetzung ein starker Träger entscheidend ist, der sich sowohl seiner Fach- und Dienstaufsicht als auch seiner Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter/innen bewusst ist,

Im Optimalfall jährlich 180.000 Euro pro Fanprojekt

Zum Abschluss hatten dann die Geldgeber aus dem Fußball noch einmal das Wort. Marco Rühmann (DFL) und Martin Spitzl (DFB) zeigten in ihrer kurzen Präsentation sehr anschaulich, wie positiv sich die Anhebung der Höchstfördersumme die Projekte seit Sommer 2008 entwickelt hat: Insbesondere die Fanprojekte in den unteren Ligen partizipierten von dieser Anhebung mit einem Zuwachs von 49 %. Im Vortrag wurde auch deutlich, dass die Kommunen – knapp, aber immer noch – den größten Anteil an der Förderung der Fanprojekte stemmen.

In diesem Zusammenhang wies Michael Gabriel für die KOS darauf hin, dass Länder wie Schleswig-Holstein (ohne eigenen Haushaltstitel für Fanprojektarbeit) nicht gerade zu den stärksten Unterstützern dieser auch gesellschaftspolitisch so wichtigen Aufgabe gehörten. Umso erfreulicher sei der Einstieg in die Drittelfinanzierung von Baden-Württemberg zu Beginn des Jahres sowie die kürzlich erfolgte Erhöhung der Fanprojektfördersumme durch den Freistaat Bayern gewesen. Insgesamt wurde allen Fanprojekten in Deutschland in diesem Jahr eine Summe von sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der gemeinsame Anteil von DFL und DFB liegt bei 2,1 Millionen Euro.

Zum Vortrag von Marco Rühmann und Martin Spitzl geht es hier.

Die DFL berichtete über die Veranstaltung mit einer eigenen Meldung, die hier zu lesen ist.

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