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Frankfurt am Main (1984/1991/1995)

Soziale Fanarbeit in Frankfurt gibt es seit mehr als einem Vierteljahrhundert, wobei das aktuelle Frankfurter Fanprojekt seit 1995 existiert. In der täglichen Arbeit nimmt der Erhalt tragfähiger Beziehungen zur Fanszene auf der einen und zu allen Institutionen im Fußballumfeld auf der anderen Seite großen Raum ein. Von Anfang an war die schnell wachsende jugendliche Fanszene und deren selbstbewusstes Auftreten eine willkommene Herausforderung. Inmitten dieses subkulturellen Umfeldes liegt bis heute die Basis für die Arbeit des Fanprojekts.

Bereits im Oktober 2000 wurde die erste U16-Fahrt (nach Schalke) durchgeführt. Seitdem werden vom Fanprojekt regelmäßig alkohol- und nikotinfreie U16-Fahrten angeboten, die sich größter Beliebtheit erfreuen. Herausragende Elemente der Projektarbeit seit 2002 waren stets Vorhaben, in denen gemeinsam mit den Fans wertvolle Einrichtungen für die Fanszene entstanden sind. So errichtete man im Herbst 2002 einen alten Baucontainer als Treffpunkt vor den Heimspielen, der mittlerweile von den Ultras in Eigenregie betrieben wird. Im Sommer 2003 übernahm das Fanprojekt einen alten Mercedesbus (Baujahr 1959) und „restaurierte“ ihn komplett. Durch die Einsätze als mobile Fanbotschaft im Rahmen der EM 2004 und 2008 erwarb sich das „Fanmobil“ einen Kultstatus. Was die Fanszene erstmals in den 1980er-Jahren unter dem Slogan „Unser Wunsch – ein Haus für uns!“ gefordert hatte, wurde ab November 1993 schließlich in Angriff genommen. Nach mehr als 9.000 geleisteten Arbeitsstunden war es dann so weit: Das Fanhaus Louisa wurde am 14. Oktober 2005 feierlich eröffnet.

In den Jahren seither trägt der Betrieb des Fanhauses dazu bei, dass eine feste Angebotsstruktur für die Frankfurter Fanszene bereitsteht. So hat das Fanhaus mittlerweile längst den Rang eines Treffpunkts und Tagungsortes. Bis heute engagieren sich unzählige Fans auf ehrenamtlicher Basis für den gemeinsamen Raum. Als regionale sozialpädagogische Einrichtung ist das Fanprojekt ein prominenter Anlaufpunkt, der aus dem Kontext der Fanszene nicht mehr wegzudenken ist. Zwar sind es vor allem Jugendliche aus der Eintracht-Fanszene, die die vielfältigen Angebote gerne nutzen, aber auch außerhalb des Fußballumfeldes steigt die Bekanntheit des Fanprojekts.

Zudem hat das Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit große Bedeutung. Wenn man sich im Rahmen der sozialpädagogischen Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung engagiert, ist es selbstverständlich, dass der Bogen der Aktivitäten auch in die deutsche Vergangenheit gespannt werden muss. So wurden mit der eigenen Veranstaltungsreihe Im Gedächtnis bleiben und der Mitarbeit bei der Ausstellung Kicker, Kämpfer, Legenden zur Geschichte des jüdischen Fußballs in Deutschland nachhaltige Anstöße gesetzt. Eigens für diese Ausstellung wurde eine Präsentation angefertigt, die mittlerweile als Dauerausstellung im Eintracht-Frankfurt-Museum zu sehen ist. In diesem Zusammenhang stand auch die Gedenkstättenfahrt mit jugendlichen Fußballfans nach Auschwitz.

Im Herbst 2011 hat das Frankfurter Fanprojekt sein vielseitiges Angebot für Jugendliche um ein von der Robert Bosch Stiftung und der Bundesliga-Stiftung gefördertes Lernzentrum erweitert. Dieses Projekt betreut Carina Weber.

Das Frankfurter Fanprojekt ist mit zwei hauptamtlichen Stellen besetzt. Die Arbeit wäre aber ohne weitere ehrenamtliche Helfer und Honorarkräfte wie Gabriele Müller und Michael Bus kaum zu bewältigen.

Frankfurter Fanprojekt

Sebastian Beck, Stephan von Ploetz (Leitung), Benjamin Weigand

Schwarzsteinkautweg 5 a
60598 Frankfurt

Tel 069 4940547
Fax 069 94413175

E-Mail info@fanprojekt-ffm-sjf.de
Homepage
www.frankfurter-fanprojekt.de

Zuständig für Fans des FSV Frankfurt:
Steffen Tritschler
tritschi@fsv-fanprojekt.de
www.fsv-fanprojekt.de
01725974895

© 2009 Koordinationsstelle Fanprojekte | Impressum

Weitere Infos zum Fanprojekt:

13. Okt 2011
Das Holzpferdchen – Bericht einer Auschwitz-Reise

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