Home  Newsarchiv  2010  (30.06.2010) Helmut beim Hessischen Rundfunk 

Helmut beim Hessischen Rundfunk

Bloemfontein – can you hear us?

Gearbeitet wird immer – ob im fernen Südafrika oder zu Hause in Hessen. Die Mitarbeiter/innen der KOS geben selbst an Sonn- und Spieltagen ihr Bestes, um die Fanbetreuung zur WM und das Fanzine Helmut in aller Welt bekannt zu machen. Dafür lassen sich Gerd Wagner und Volker Goll sogar zu FIFA-Sponsoren einladen, die nicht rechtzeitig das richtige Programm einschalten.

 

Letzten Sonntag war es mal wieder so weit! Die Frage aller Fragen: Wo und mit wem schaue ich mir den Fußballklassiker Deutschland gegen England an? Nun, ich hatte im Laufe der WM schon mehrere Varianten getestet. Bei zwei Vorrundenspielen – gegen Australien und Ghana – lud ich unsere Freunde mit Kind und Kegel bei leckeren Grillwürstchen und selbstgemachten Nudelsalat zum gemeinsamen Mitfiebern ein. Um ein wenig Abwechslung bemüht ließ ich mich dazu überreden, das zweite Vorrundenspiel gegen Serbien in unserem Vereinsheim zu schauen. Auf meinen Einwand, dass unser Vereinsheim für Jogis Jungs kein gutes Omen sei, weil „wir“ schon bei der letzten Euro 2008 gegen Kroatien im Vereinsheim verloren hatten, erhielt ich als Reaktion nur ein mitleidiges und süffisantes Lächeln nach dem Motto: „Ach, ist er nicht süß?“. Nun, das Ergebnis ist bekannt, und ich fühlte mich bestätigt.

Nun also gegen England und zwei Tage vorm Spiel war die Frage der Fragen immer noch ungeklärt. Noch in Gedanken darüber vor meinem Rechner im Büro vertieft machte es plötzlich „pling“ und eine Einladung des Hessischen Rundfunks (HR) in die Hyundai-Gallery nach Offenbach flatterte auf meinem Bildschirm. Das war die Lösung! Dass ich meine Familie und einige Freunde mitnehmen durfte, erleichterte die Entscheidung. Da auch mein Kollege Volker mit seiner Family kommen wollte, freute ich mich richtig auf einen unterhaltsamen und spannenden Sonntagnachmittag.

Nachdem Volker und ich bis Sonntagmittag noch rätselten, welche Kleiderordnung für diese exklusive Veranstaltung angebracht wäre, entschlossen wir uns kurzerhand, unser Erscheinen auch dienstlich zu nutzen. Wir zogen unsere schicken grünen WM-T-Shirts an, um ein bisschen Werbung für die Fanbetreuung in Südafrika zu machen, und hatten einige Sonderexemplare unseres aktuellen Helmuts im Gepäck. Ein absolutes Privileg für die Gäste in der Gallery des koreanischen Automobilherstellers, denn schließlich wird Helmut bislang nur in Südafrika hergestellt und verteilt! Helmut zeitgleich in Bloemfontein und Offenbach – war das der Beginn einer langen Städtefreundschaft?

Begeisterung schon um fünf vor vier

Schweißtreibendes Spiel

Überpünktlich vor Spielbeginn – schließlich sollte noch genügend Zeit für die erste Nahrungsaufnahme und die so erkenntnisreichen Aussagen der Fußballexperten aus dem Fernsehen sein – wurde ich mit meiner Familie und meinen Freunden sehr nett von den Mitarbeiter/innen der koreanischen Europazentrale in Owebesch empfangen. Um unsere Jungs nachher auch wirkungsvoll unterstützen zu können, versorgte man uns mit diversen Stimmungsmachern wie Fahne, „Handklatsche“ und Thunder-Sticks. Eine Vuvuzela war leider nicht im Sortiment ;-)

Der erste Eindruck in der Gallerie war äußerst positiv: Die Tische geschmackvoll dekoriert, eine große Leinwand, ein leckeres Kuchenbuffet, kühle Getränke, da wirkten auch die vielen präsentierten Autos nicht störend – man war ja schließlich in der Europazentrale eines Autoherstellers! Kollege Volker kam pünktlich mit den Exemplaren des Helmuts unterm Arm, schnell noch die Leute vom HR mit „Helmut 4“ versorgt und ein Interview nach Spielende vereinbart – nun konnte es losgehen.

 

Etwas irritierend waren die Werbefilmchen des Autoherstellers, die so gar nicht stimmungsmäßig auf das bevorstehende Spiel vorbereiteten. Auch das Umschalten auf die ARD klappte nicht rechtzeitig, die deutsche Hymne war schon halb vorbei – na prima, das geht ja gut los! Und wie es losging, als der Schiri anpfiff. Kein elendiges Abtasten und Hin- und Hergeschiebe des Balles, kein taktisches Geplänkel, sondern Tempofußball vom Feinsten!

Mit „Thunder Sticks“ kann man so richtig in Ekstase geraten

Fasziniert und begeistert von der fußballerischen Darbietung ließ ich mich auch nicht von meiner Liebten aus der Fassung bringen, die mir ins Ohr säuselte: „Glaubst du, wir schaffen das heute?“ – „Mach dir mal keine Sorgen“, erwiderte ich betont cool und hoffte, dass sie meine Schwitzflecken unterm Arm nicht bemerkte. Mein Gott, dachte ich nur, kann die FIFA keinen nützlichen Sponsor, z.B. einen Deohersteller, akquirieren? Die zwei schnellen und exzellent herausgespielten Tore unserer Mannschaft beruhigten mich ein wenig, was aber die Engländer nicht dazu veranlassen sollte, das Fußballspielen gänzlich einzustellen. Der kleine Fauxpas des Schiris kurz vor der Halbzeit, den Engländern das zweite Tor nicht geben zu wollen, sorgte in der Halbzeitpause für immensen Unterhaltungswert und verhieß Spannung pur für die 2. Hälfte.

Lutz Wagner trifft Helmut

Gelungenes Product-Placement

Ich gebe zu, ich bin ein Gewohnheitstier und hoffte auf die fachmännische Aufarbeitung der Schlüsselszenen meiner Lieblingskombo Delling/Netzer in der Pause. Aber die netten kleinen Einspielfilmchen brachten mich schnell wieder auf den Boden der Realität und machten mir klar, dass ich mich heute in einem Autohaus befand. Was leider dazu führte, dass sich der Beginn der 2. Halbzeit für die Gäste in der Hyundai-Gallery etwas verzögerte, weil wir, statt auf der ARD umzuschalten, gebannt im ZDF die schauspielerischen Fähigkeiten eines Pfarrers bestaunen durften. Kann denn der Schiedsrichter nicht auf uns mit dem Anpfiff warten?

Gott sei Dank ereignete sich während der Fehlschaltung nichts Spielentscheidendes, und nach gefühlten zehn Minuten konnten wir wieder die Darbietungen beider Teams in gewohnter Form verfolgen. Und wer wollte als Anhänger der deutschen Mannschaft bei der unglaublich überzeugenden Leistung in der 2. Hälfte auch nur eine Minute missen? Noch vollkommen im Fußballrausch wurde ich vom Moderator des HR an unser Interview unmittelbar nach Spielende erinnert und musste mich, da es sich um ein Liveschaltung im Radio handelte, allmählich zum Stehtisch bewegen.

Helmut – Ambushmarketing the KOS-way

Endlich Schluss, 4:1 gewonnen und noch immer benommen von Jogis Jungs hielt mir der Moderator auch gleich sein Mikrofon unter die Nase. Nach einer kurzen Vorstellung als professioneller Fanexperte fragte er mich doch allen Ernstes: „Wie fühlen Sie sich?“ und „Was glauben Sie, wie weit wird die deutsche Mannschaft noch kommen?“. Warum geht er denn gar nicht auf unseren Helmut ein, den ich ihm demonstrativ auf dem Tisch und gut sichtbar hingelegt hatte? Kurz überlegt, gelang es mir schließlich, auch unser Fanzine geschmeidig in meinen Antworten unterzubringen. Denn schließlich waren Volker und ich wild entschlossen, in Sachen Product-Placement dem koreanischen Automobilhersteller in nichts nachzustehen.

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