Home  Newsarchiv  2011  (07.10.2011) BAG-Tagung in Aachen: Stärkung der Strukturen 

7. Okt 2011

BAG-Tagung in Aachen: Stärkung der Strukturen

Programmflyer
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Vom 20. bis 22. September fand in Aachen die 18. Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte BAG statt. Auf dem Programm standen neben der organisatorischen Umwandlung in einen Verein aktuelle inhaltliche Fragen wie die Mitbestimmungsforderungen der Fanszene und der Dialog zwischen Fanprojekten und Polizei.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte ist – im Unterschied zur KOS als eingesetzter und extern finanzierter Koordinationsstelle – die eigenständige Interessenvertretung der bundesweit arbeitenden pädagogischen Fanprojekte. Die BAG ist in Regionalverbände organisiert, die regelmäßige Treffen veranstalten, und wird von zwei Sprechern vertreten. Die BAG-Tagung in Aachen fand auf Einladung des dortigen, seit 2008 bestehenden Fanprojekts in Zusammenarbeit mit Alemannia Aachen statt. Anwesend waren knapp einhundert MitarbeiterInnen aus 44 in der BAG organisierten Fanprojekte, deren Zahl stetig wächst. Nicht zuletzt, um dieser Komplexität der Strukturen besser gerecht zu werden und eine professionellere Vertretung zu gewährleisten, gehörte zu den diesjährigen Themen der Beschluss zur strukturellen Umwandlung der BAG in einen Verein. Thomas Beckmann (Fanprojekt Mainz) und Matthias Stein (Fanprojekt Jena), ehemals Sprecher der BAG, wurden als Vorsitzende des Vereinsvorstands einstimmig gewählt.

Programmflyer Seite 2
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Mitbestimmung oder Einmischung?

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten des Treffens gehörte eine mit Vertretern aus Fanszene, Vereinen und Fanarbeit breit besetzte Podiumsdiskussion unter dem Titel „Busblockade, Trainingsbesuche, Aufsichtsräte – wie viel Fan-Sein verträgt der Verein?“. Michael Gabriel von der KOS ging in seinem Inputbeitrag zur „Neuen Macht der Kurve“ der Frage nach den Grenzen und Bedingungen der Mitbestimmung von Fans an aktuellen Beispielen nach und formulierte zwei Thesen für die anschließende Diskussion: Auf Vereinsseite fehlt oft ein Selbstverständnis für die Kommunikation mit Zuschauern/Fans ebenso wie ein Konzept für Fanarbeit, das vom Fanbeauftragten bis zur Vereinsspitze mitgetragen und umgesetzt wird. Aufseiten der Fans forderte Gabriel eine stärkere Bereitschaft zu kritischen fanszeneninternen Diskussionen. Diese zu fördern, sei auch eine Aufgabe der Fanprojekte.

Der Vortrag von Michael Gabriel ist hier als Download verfügbar.

In kleineren Workshops wurden die Diskussionen und Gespräche am zweiten Tagungstag fortgesetzt. Dabei ging es um eine große Vielfalt von Themen, die für die sozialpädagogische Fanarbeit aktuell, aber auch grundsätzlich von großer Bedeutung sind: Dialog zwischen Fanprojekten und Polizei, Vielfalt der Fanprojekt-Träger, Stadionverbote oder Pyrotechnik. Aber auch um das Selbstverständnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ging es bei Themen wie „In Würde altern – Sozialarbeiter ewig jugendlich“.

Insgesamt ziehen die Fanprojekte aus der BAG-Tagung in Aachen nicht nur dank der Gastfreundschaft von Fanprojekt und Verein ein positives Fazit. Dialoge und Austausch zwischen den lokalen Projekte konnten gestärkt werden, was insbesondere angesichts der weiter wachsenden Zahl von Einrichtungen für die neu hinzukommenden Kolleginnen und Kollegen wichtig ist. Von der Vereinsgründung sollen zudem Impulse für eine stärkere öffentliche Anerkennung der BAG ausgehen.

Die Pressemitteilung der BAG zur Tagung in Aachen zum Download.

Presseberichte

Die Aachener Zeitung führte ein Interview (www.az-web.de/...Repression-alleine-ist-der-falsche-Weg.html) mit Kristina Walther, Leiterin des Aachener Fanprojekts und Gastgeberin der BAG-Tagung, die im Gespräch noch einmal die Wichtigkeit einer sicheren finanzielle und personellen Ausstattung der Fanprojekte für die nachhaltige Arbeit betont. Ebenso geht sie auf die sogenannte „NRW-Initiative“ (www.polizei.nrw.de/.../mehr-sicherheit-bei-fussballspielen.html) des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen ein: „Durch das Inkrafttreten der sogenannten ‚NRW-Initiative‘ sind zwar durchaus positive Impulse für den weiteren Dialog vorhanden, aber ebenso Tendenzen, die Grundrechte der Fußballfans weiter einzuschneiden. Hier gilt es für uns Fanprojekte, das wir uns weiterhin für ihren Spielraum im Sinne der Fans einsetzen.“

Ebenfalls in der Aachener Zeitung (www.az-web.de/...Busblockaden-Hass-Tiraden-und-die-Suche-nach-Sinn.html) wird über die einleitende Podiumsdiskussion der Tagung zum aktuellen Verhältnis zwischen Fans und Vereinen berichtet.

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