Home  Newsarchiv  2010  (17.02.2010) Nachträgliche Glückwünsche: 20 Jahre Fanprojektarbeit in Karlsruhe 

17. Feb 2010

Nachträgliche Glückwünsche: 20 Jahre Fanprojektarbeit in Karlsruhe

v.l.n.R.: Martin Willig (FP Mannheim), Dirk Grießbaum (FP KA), Volker Körenzig (FP KA) und Erwin Ress (FP Kaiserslautern)
Die Südwestkollegen gratulieren: v.l.n.R.: Martin Willig (FP Mannheim), Dirk Grießbaum (FP KA), Volker Körenzig (FP KA) und Erwin Ress (FP Kaiserslautern)

Mit einiger Verspätung gilt es noch ein Jubiläum aus dem vergangenen Jahr zu begehen. In Karlsruhe feierte das Fanprojekt im Dezember 2009 sein 20-jähriges Bestehen. Das war Grund genug, die Geschichte der Karlsruher Fanarbeit ausführlich zu würdigen – mit Feiern und einer eigens publizierten Broschüre.

Die offiziellen Feierlichkeiten zum Jubiläum erstreckten sich dem Anlass angemessen gleich über einige Tage: Vom „Heldenabend“ mit KSC-Legende Emanuel Günther über einen Tag der offenen Tür mit Filmen zur Fanszene bis zur Party mit lokalen Bands. Als krönender Abschluss fand dann am 14. Dezember 2009 die offizielle Jubiläumsfeier mit geladenen Gästen statt, bei der alle beteiligten Partner und Institutionen der Fanprojektarbeit in Karlsruhe vertreten waren. Ort der Feier waren natürlich die vor knapp vier Jahren neu bezogenen Räumlichkeiten des Fanprojekts in der Karlsruher Nordstadt.

Volker Körenzig
Volker Körenzig führt für den Gastgeber durchs Programm

Lange Geschichte

Zum Jubiläum erschien zudem eine Broschüre, die die vergangenen 20 Jahre des Fanprojekts dokumentiert. Eingeleitet durch Grußworte von DFB, DFL, Verein, Stadt, Polizei, KOS, BAG und nicht zuletzt den Fans wird hier die Historie der Einrichtung aufgerollt, u.a. auch in Interviews mit früheren Mitarbeiter/innen. So berichtet Welta Bandel, die rund 10 Jahre lang von 1989 bis 2000 im Fanprojekt arbeitete und den Übergang von der Hool- zur Ultraszene intensiv begleitete, über ihre Erlebnisse. Die Facetten der Fanarbeit in Worten und Bildern werden ebenso vorgestellt wie Porträts der aktuellen Mitarbeiter, Choreo-Fotos und die KSC-Fanfreundschaften. Flankiert wird das Ganze von Statements von KSC-Fans und anderen Beteiligten über ihre Sicht auf das Fanprojekt.

Aufmerksam wird den Reden gelauscht, hier u.a. im Bild: Patrick Arnold (FP Gelsenkirchen) und BAG-Sprecher Ralf Zänger (FP Bochum)
Aufmerksam wird den Reden gelauscht, hier u.a. im Bild: Patrick Arnold (FP Gelsenkirchen) und BAG-Sprecher Ralf Zänger (FP Bochum)

Wie es sich bei einem Jubiläum gehört, wurde natürlich auch bei den Feiern ein Blick zurück in die Vergangenheit geworfen. Mit seiner 20-jährigen Geschichte gehört das Fanprojekt Karlsruhe zu den ältesten Fanarbeitseinrichtungen in Deutschland. Der Ursprung liegt hier, wie an vielen anderen Standorten, in der Fanszene selbst. 1986 schlossen sich engagierte Fans aus verschiedenen Fanclubs zur „Interessengemeinschaft Karlsruher Fußballfans e.V.“, den heutigen „Supporters Karlsruhe 1986 e.V.“, zusammen. In Zusammenarbeit mit Studierenden der Sozialpädagogik forderte die IG ein Fanprojekt, bei dem sozialpädagogisch orientierte Maßnahmen mit Fußballfans im Fokus standen. Die politischen Gremien der Stadt Karlsruhe erkannten die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung und richteten das Fanprojekt ein. Das Engagement der Stadt Karlsruhe war über lange Jahre hinweg ein entscheidender Faktor, übernahm sie doch auch den finanziellen Anteil des Landes zur Finanzierung der Fanprojektarbeit. Erst im vergangenen Jahr stieg das Land Baden-Württemberg in die freiwillige Verpflichtung der Drittelfinanzierung ein.

Ein gute Idee - der Podiumstalk aller Capos, moderiert durch Christoph Ruf (in der Mitte, blau-weiß)
Ein gute Idee - der Podiumstalk aller Capos, moderiert durch Christoph Ruf (in der Mitte, blau-weiß)

Der ewige Spagat der Fanarbeit

Die lange Kontinuität der Arbeit in Karlsruhe – insbesondere durch Fanprojektleiter Volker Körenzig, aber auch seine aktuellen Kollegen Dirk Grießbaum und Jürgen Wiedmann und ihre Vorgänger/innen – war ein immer wiederkehrendes Thema der Reden und Beiträge zum Jubiläum. Die dominierende Zielgruppe der Arbeit der Anfangszeit war die Hool-Gruppierung der „Destroyers“, später entwickelte sich in Karlsruhe eine der ältesten und wichtigsten Ultraszenen Deutschlands. Durch seine etablierte Stellung gelang es dem Fanprojekt, auch hier frühzeitig gute und belastbare Kontakte zu knüpfen.

Ein weiteres Thema, das den Kolleg/innen in Karlsruhe ebenso vertraut ist wie anderen Standorten, ist die Vermittlung zwischen den verschiedenen Interessen. In seiner Rede zur Jubiläumsfeier hob Volker Goll für die KOS die Konstellation in Karlsruhe lobend hervor: „Diese Gratwanderung ist auch in Karlsruhe nicht einfach, insbesondere weil im viel beachteten Feld des Fußball so viele verschiedene Akteure und Interessensgruppen aktiv sind. Gerade das Fanprojekt Karlsruhe zeichnet dabei aus, dass das Team aufgrund seiner langjährigen Berufserfahrung souverän und clever genug ist, diese Gratwanderung zu absolvieren.“

Für die nächsten 20 Jahre – und mehr – auch von dieser Stelle noch einmal alles Gute nach Karlsruhe!

Die Jubiläumsbroschüre des Fanprojekts Karlsruhe als pdf-Download.

Die Rede von Volker Goll (KOS) zum 20-jährigen Jubiläum des Fanprojekts Karlsruhe steht hier zum Nachlesen bereit.

Zum Porträt des Fanprojekts Karlsruhe geht es hier.

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