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19. Feb 2014

Einstieg in die Fanarbeit: Mit der KOS durch Frankfurt

Gruppe der Fanprojektmitarbeiter vor einer Fußballstatur

Am 11. und 12. Februar war es wieder so weit: In ihrem Workshop für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Fanprojekten stellt die KOS ihr Tätigkeitsfeld samt Netzwerk vor und vermittelt theoretische und praktische Einblicke in die Fanarbeit – von der DFL-Zentrale über Fanhaus, Stadion bis zum DFB.

Mit der Zahl der Fanprojekte wächst auch die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in jeder Saison neu in das Berufsfeld Fanarbeit einsteigen. Hinzu kommen neu entstehende Stellen und Wechsel in bestehenden Fanprojektteams. Kurzum: immer wieder neue Kolleginnen und Kollegen. Neben der Orientierung an ihrem Standort, dem Einarbeiten in Team, Fanszene und örtliche Netzwerke ist für sie alle auch das bundesweite Arbeitsfeld der Fanprojekte und ihre Vernetzung von Interesse. Um NeueinsteigerInnen diesen Zugang zu erleichtern, bietet die KOS seit 2011 einen Workshop an, in dem die Arbeit der KOS und ihrer Netzwerkpartner vorgestellt wird. „Im Grunde geht’s darum zu erklären, was wir machen, wer für was zuständig ist“, sagt Volker Goll von der KOS, der den letzten Workshop am 11. und 12. Februar in Frankfurt gemeinsam mit Marion Kowal und Heidi Thaler betreut hat.

Das Interesse am NeueinsteigerInnen-Workshop ist da, genau genommen übersteigt es sogar das bisherige Angebot. Die Veranstaltung im Februar ist schon die zweite in wenigen Monaten, nachdem erst im Dezember ein Workshop stattfand. Das thematische Programm ist klar abgesteckt: KOS, DFB, DFL und örtliches Fanprojekt präsentieren ihre Arbeit. Bei der Ausgestaltung hat es im Laufe der Zeit schon einige Weiterentwicklungen gegeben. Volker Goll sagt: „Wir versuchen, uns von Power-Point-Schlachten in Konferenzräumen zu verabschieden und reisen stattdessen lieber ein bisschen durch Frankfurt zu den jeweiligen Partnern.“ So ging es vergangene Woche vom Bahnhof zu Fuß zur DFL, wo die FankoordinatorInnen Katharina Baumann und Benjamin Kandlerdie TeilnehmerInnen begrüßten, und dann per S-Bahn zum Fanhaus Louisa, wo das Frankfurter Fanprojekt seine Arbeit vorstellte.

Gruppe vor dem Sitz der DFL

Fanarbeit damals und heute

Diese Präsentation blieb jedoch nicht nur theoretisch, sondern wurde später auch ganz praktisch vorgeführt. Am Abend stand das DFB-Pokalspiel von Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund auf dem Programm und es hieß: „(wo)men at work: Das FP Frankfurt und die Fanbeauftragten der Frankfurter Eintracht geben Einblicke in ihre Arbeit vor Ort im Stadion“. Spontan ergab sich der Stadionrundgang auch noch eine Begegnung mit dem Frankfurter Einsatzleiter der Polizei, Malte Neutzler. Dieser ließ es sich nicht nehmen, die Runde der NeueinsteigerInnen persönlich zu begrüßen und dabei auch seine Wertschätzung für die Arbeit der Fanprojekte zum Ausdruck zu bringen: „Ich bin ein großer Fan Ihrer Arbeit“, so Neutzler, „mit den Frankfurter Kollegen beispielsweise, führe ich sehr oft kontroverse wie konstruktive Gespräche.“ Der direkte Praxisbezug mit Spielbesuch trat auf große Zustimmung bei den Workshop-TeilnehmerInnen. Ronald Bec’, neu beim Fanprojekt Dresden, sagte: „Neben den theoretischen Schwerpunkten mit der Vorstellung von KOS, BAG und DFB/DFL hat mir vor allem der Einblick in die praktische Arbeit rund um das Spiel gut gefallen.“

Die Gruppe lauscht einem Vortrag

Ein weiterer Programmpunkt für die „Neuen“ lässt die „Alten“ zu Wort kommen. Unter der Überschrift „Fanprojekt-Arbeit im Wandel – von den Hools zu den Ultras“ berichteten mit Fedor Weiser und Günter Krause zwei ehemalige Fanprojektmitarbeiter aus Frankfurt bzw. München von ihrer Tätigkeiten und deren Veränderungen im Lauf der Jahre. Dem schloss sich eine Vorstellung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte, BAG, durch ihren Sprecher Thomas Beckmann, und ein Besuch beim DFB an. Hier gab Martin Spitzl aus der Abteilung Prävention und Sicherheit einen Einblick in Fanprojektfinanzierung, die Organisation von Länderspielen inklusive des Ticketing und die Arbeit der Fananlaufstelle.

Beim DFB-Pokal Eintracht Frankfurt gegen Dortmund

Ruft uns an!

Wie komplex und verzweigt die Arbeit in den Fanprojekten inzwischen geworden ist, demonstriert der Titel des KOS-Vortrags: „Das Netzwerk (und seine Kürzel): BAFF-Pro Fans-UK-NASS-FSE-GEWABPOL-SV“. Auch wenn bei der Fülle an Informationen vielleicht hinterher nicht jedes Organigramm korrekt wiedergegeben werden kann, das wichtige Anliegen ist es, Einblicke in die Arbeit der KOS zu geben und einige besonders zentrale Themenfelder wie das Verhältnis Fanprojekte und Polizei genauer zu umreißen. Ronald Bec’ aus Dresden: „Insgesamt war ich sehr zufrieden mit dem Workshop. Ich freue mich darüber, dass uns Grundlagen vermittelt wurden, die eine konstruktive und kritische Fansozialarbeit erst möglich machen.“

Allerdings läuft die Vermittlung durchaus in zwei Richtungen, wie Volker Goll betont: „Uns liegt sehr daran mitzubekommen, was in den Fanprojekten passiert. Ein ausgesprochen kollegiales Miteinander ist ein wichtiges wie hilfreiches Merkmal der Fanprojektarbeit in Deutschland. Wir als KOS sind ja auch nicht nur eine Institution, die alle Jahre vorbeikommt und das Qualitätssiegel überprüft.“ Für das kollegiale Miteinander und den Austausch zwischen Fanprojekten, KOS und BAG ist der NeueinsteigerInnen-Workshop ein wichtiger Schritt. „Wenn man sich in so einer Runde schon kennengelernt hat, macht das den späteren Kontakt ja auch einfacher“, sagt Volker Goll. „Generell wollen wir vermitteln ‚Ruft uns bei Fragen und Problemen an, erzählt uns, was los ist bei euch. Wir freuen uns darüber‘.“

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