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24. Mär 2010

Fachtagung für Vielfalt und Demokratie in Frankfurt. Rückblick auf am Ball bleiben

Am Samstag, den 20. März 2010 lud die Deutsche Sportjugend anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus zu einer Tagung nach Frankfurt am Main ein. Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte Gerd Wagner (KOS) Ergebnisse aus dem 2009 ausgelaufenen Programm der dsj am Ball bleiben – Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung.

Gerd Wagner, seit Januar 2010 als Referent bei der KOS tätig, hatte das von DFB und Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanzierte Projekt am Ball bleiben geleitet. Auf der Tagung in Frankfurt erläuterte er seine Erfahrungen während der dreijährigen Projektlaufzeit und stellte aus seiner Sicht erforderliche Handlungsansätze vor.

Im gesamten Projektzeitraum wurden etwa 50 Maßnahmen bzw. Aktivitäten durchgeführt. Dazu zählten Veranstaltungen, bei denen das Projekt am Ball bleiben einen aktiven Beitrag in Form eines Vortrages oder der Übernahme einer Arbeitsgruppe leistete sowie an Fachveranstaltungen verschiedener Sportverbände und zivilgesellschaftlicher Organisationen zu Themen Rassismus, Rechtsextremismus, Diskriminierung und Integration teilnahm. „Mir war wichtig, nicht nur auf aktuelle Vorfälle zu Rassismus und Diskriminierung im Fußballsport aufmerksam zu machen, sondern auch Perspektiven und konkrete Handlungsansätze insbesondere für die Vereine im Amateurfußball zu entwickeln. Dazu gehört unter anderem die mit der KOS und dem Bündnis für Demokratie und Toleranz gemeinsam erstellte Broschüre „11Fragen nach 90 Minuten“.

Auch wenn das Projekt zu Ende ist, bleibt die kontinuierliche Auseinandersetzung mit rassistischen und diskriminierenden Vorfällen sowohl im Fußball als auch im Sport insgesamt weiterhin erforderlich“, betont Gerd Wagner. Einen ausführlichen Projektbericht und eine Auflistung der durchgeführten Maßnahmen und Veranstaltungen finden Sie hier.

Im weiteren Verlauf der Fachtagung stellten Heinz Maintok vom SV Blau Weiß Sedlitz und Torsten Abicht vom Stadtsportbund Weimar ihre Aktivitäten für Vielfalt und Demokratie und gegen Rechtsextremismus im Sport vor. Sie vertreten zwei von insgesamt mehr als 145 Sportprojekten, die in den 90 lokalen Aktionsplänen des Bundesförderprogramms „Vielfalt tut gut“ aktiv sind.

In einer anschließenden Talkrunde gingen Angelika Ribler (SJ Hessen), Gerd Bücker (SJ Niedersachsen, Leiter der dsj-AG Sport!Jugend!Agiert!) und Helmut Spahn (DFB) auf die aktuelle Lage im Sport ein. Friedrich-Wilhelm Moog vom Bundesinnenministerium (BMI) kündigte an, dass das BMI die Arbeit des organisierten Sports ausdrücklich unterstütze und plane, einen eigenen Haushaltstitel für Aktivitäten gegen Rechtsextremismus einzurichten.

Anhand der Ausstellung „Versteckspiel“ der Agentur für soziale Perspektiven e.V., die derzeit im Haus des Sports in Frankfurt am Main präsentiert wird, wurden die Teilnehmenden der Tagung für die vielfältigen Erscheinungsformen von Rechtsextremismus und dem Auftreten neonazistischer Gruppierungen sensibilisiert. Gerd Bücker erläuterte die Ausstellung und unterlegte seine Ausführungen mit besorgniserregenden Beispielen aus dem organisierten Sport.

Eine Power-Point-Präsentation des Vortrags von Gerd Wagner finden Sie hier.

Die Website des Projekts am Ball bleiben – Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung mit zahlreichen Informationen und Artikeln ist weiterhin online. www.amballbleiben.org

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