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24. Sep 2010

Wanderausstellung Tatort Stadion 2 in Ulm

Ausstellungsraum

Seit April diesen Jahres ist die Neuauflage der Wanderausstellung Tatort Stadion. Fußball und Diskriminierung in Deutschland unterwegs. Entwickelt und realisiert wurde die Ausstellung vom Bündnis aktiver Fußballfans, BAFF. Die aktuelle Station ist Ulm. Dort geht es im Rahmenprogramm auch um die Einrichtung eines Fanprojekts.

Auf mehr als 20 Schautafeln, mit zahlreichen Ausstellungsexponaten und Filmen dokumentiert die Ausstellung viele Aspekte, Akteure und Facetten des Themas Fußball und Diskriminierung: Sie informiert über die Aktivitäten von NPD und Kameradschaften im Fußballumfeld, über die Rolle von Fanzines, Musik und Internet, beschreibt unterschiedliche Diskriminierungsformen (Sexismus, Antisemitismus, Homophobie usw.) und nimmt verschiedene Akteure und Institutionen sowohl in negativer wie positiver Hinsicht in den Blick. Tatort Stadion 2 ist die Neuauflage der erfolgreichen Wanderausstellung, die, ebenfalls von BAFF, 2001 präsentiert und bis 2006 an fast zweihundert Orten gezeigt wurde. Sie leistete Pionierarbeit bei der öffentlichen Thematisierung von Diskriminierung im Fußball und sorgte für Wirbel, weil sie die Rolle des damaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder kritisch beleuchtete.

Seit der ersten Tatort-Stadion-Ausstellung hat sich viel getan. Diskriminierung wird von vielen Vereinen und Fans mittlerweile endlich als Problem wahrgenommen und angegangen. Rassistische und diskriminierende Äußerungen sind deutlich zurück gegangen. Dennoch werden in deutschen Stadien nach wie vor allwöchentlich Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe beschimpft, antisemitische und antiziganistische Gesänge angestimmt oder Homosexuelle verunglimpft. Frauen haben es im „Männersport“ Fußball immer noch schwer, akzeptiert zu werden. Tatort Stadion 2 will jedoch auch über die zahlreichen Initiativen, insbesondere aus der Fanszene, informieren, die sich auf kreative und vielfältige Art gegen Diskriminierung einsetzen, und Anregung für weiteres Engagement liefern. Präsentiert wurde die Neuauflage im April 2010 im Bremer Rathaus. Seitdem war die Ausstellung in Hamburg, Leipzig, Köln und Pößneck zu sehen.

Noch bis zum 2. Oktober gastiert Tatort Stadion 2 nun in Ulm im „Kunstschalter“ des soziokulturellen Zentrums Roxy. Veranstalter vor Ort ist die GRÜNE Fraktion des Ulmer Gemeinderates, Stadtrat Tom Mittelbach eröffnete am 18. September die Ausstellung mit einigen einleitenden Worten. Für das Ausstellungsteam von BAFF www.aktive-fans.de präsentierte Volker Stoer das Projekt, bevor die Gäste dann die Ausstellung selbst in Augenschein nehmen durften. Anwesend waren Stadträte des Ulmer Gemeinderates, Thomas Oelmayer (Landtagsabgeordneter), Volker Stier (Polizei Ulm) und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Die Ausstellung stieß auf großes Interesse und eine positive Resonanz. Volker Stör von BAFF: „Wir freuen uns, dass die Ausstellung in Ulm gezeigt wird und hier im Kulturzentrum sicher auch Besucher anziehen wird. Schön, dass sich die Regionalligamannschaft des SSV Ulm angekündigt hat. Unterstützung durch den Fußballverein vor Ort ist immer wichtig.“

Austellungstafel

Im Rahmen der beiden Ausstellungswochen in Ulm finden folgende Veranstaltungen statt:

28. September: Podiumsdiskussion „Hooligans fallen nicht vom Himmel – Fanprojekte um Ulm herum. In Ulm nicht, warum?“ mit anschließender offener Gesprächsrunde um 19.30 Uhr in der Studiobühne, Roxy Ulm. Vorher gibt es von 18.30 bis 19.30 Uhr eine Lesung von und mit Christoph Ruf. Diskutieren werden dann Bürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle (Ulm); Gerd Wagner von der KOS; Journalist und Buchautor Christoph Ruf; Tom Mittelbach, ehemaliger Streetworker, Sportlehrer, Ulmer Stadtrat GRÜNE Fraktion; Udo Mayer, Fanbeauftragter des SSV Ulm 1846 Fußball und Rene Mick, Präsident des SSV Ulm 1846 Fußball.

29. September: Die gesamte Mannschaft des SSV Ulm 1846 wird die Ausstellung besuchen. Im Anschluss findet eine Autogrammstunde statt.

Die Ausstellung Tatort Stadion 2 ist tagsüber von 10 bis 19 Uhr im Kunstschalter im Roxy in Ulm zu besichtigen, der Eintritt ist frei. Schulklassen melden sich bitte gesondert über die GRÜNE Fraktion (gruene-fraktion@ulm.de).

Übrigens wird seit fast zehn Jahren von verschiedenenen Seiten dafür geworben, auch in Ulm ein Fanprojekt einzurichten. Anlass für diese Diskussion waren in der Vergangenheit gewalttätige Auseinandersetzungen  zwischen  einigen Anhängern des SSV Ulm, die der rechten Szene zugerechnet werden, und diversen „Ligarivalen“. Letztlich entscheidend für die Einrichtung eines Fanprojektes ist neben den Fans und dem Vereinsumfeld der politische Wille der Kommune sich auch finanziell für ein Fanprojekt zu engagieren.

Website zur Wanderausstellung Tatort Stadion 2 mit den geplanten Stationen, Material zur Ausleihe und Bildern tatortstadion.blogsport.de
Vom 18. Oktober bis zum 5. November wird die Ausstellung Tatort Stadion 2 dann als Nächstes in Münster zu sehen sein. Die Ultras Deviants haben dort in Kooperation mit der Antifaschistischen Bildungsinitiative Münsterland und dem Asta der Fachhochschule Münster ein großes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt.

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