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25. Apr 2013

Fanprojekt Münster: Nach zwei Jahren mittendrin

Die FP-Mitarbeiter
Manuel Suttrup und Edo Schmidt

In Münster geht es voran: Nicht nur, dass der Verein sportlich gut dasteht, auch das seit zwei Jahren bestehende Fanprojekt „FANport Münster“ blickt zufrieden auf die derzeitige Situation und das bisher Erreichte. Wie das aussieht, berichtet Projektleiter Edo Schmidt.

Es ist viel zu tun wie immer, aber an der Stimmung rund um den Verein in Münster gibt es im Moment nichts auszusetzen, sagt Edo Schmidt, der Leiter des Fanprojektes. „Der Verein steht auf Platz zwei, der Aufstieg in die zweite Bundesliga ist möglich und diese positive sportliche Situation beeinflusst natürlich auch die Stimmung in der Fanszene. Da sind potenzielle Konflikte innerhalb der Fanszene oder zwischen Fans und Vereinsführung im Moment eher Nebenschauplatz.“

FP-Logo

Gut etablierte Strukturen

Seit Juli 2011 existiert das sozialpädagogische Fanprojekt Münster, das sich um Verwechslungen mit einem bereits bestehenden „Fanprojekt“ von Fans auszuschließen „FANport Münster – Anlaufstelle für Fußballfans“ nennt. „Wir sind nach zwei Jahren Arbeit inzwischen gut angekommen“, sagt Edo Schmidt. „Die Zusammenarbeit mit dem Verein ist sehr gut, unsere Kontakte in die Institutionen der Stadt ebenfalls, wir sind in den Gremien vertreten.“ Für einen guten Draht in die Fanszene sorgte neben Edo Schmidt, der ein halbes Jahr nach dem Start dazukam, vor allem sein Kollege Manuel Suttrup. „Er kommt selbst aus der Fanszene, war dann Fanbeauftragter und hat uns gerade bei den Kontakten in die jüngere Ultra-Fanszene sehr geholfen.“

Ab der kommenden Saison – ob nun in Liga zwei oder drei – wird Edo Schmidt eine neue Kollegin oder Kollegen an seiner Seite haben, Manuel Suttrup scheidet aus dem Fanprojekt aus. Unterstützt wird die Arbeit der zwei Hauptamtlichen zudem von einem Jahrespraktikanten und einer Honorarkraft. Eine Weiterfinanzierung dieser vergleichsweise bescheidenen personellen Ausstattung scheint immerhin auch über die ersten drei Jahre hinaus gesichert. Das Fanprojekt unter dem Träger „Outlaw gGmbH“, der auch für die Fanprojektarbeit in Leipzig verantwortlich ist, verfügt über Räumlichkeiten direkt am Stadion. „Die Fananlaufstelle ist vor allem am Wochenende sehr gut genutzt, wir haben hier neben einem Veranstaltungs- und Gruppenraum auch unser Büro.“ Neben dem Spieltagsfrühstück und Vorträgen in der Woche finden hier auch von Fangruppen selbst organisierte Veranstaltungen statt.

Das FP-Haus

Fanszene Münster

Die Münsteraner Fanszene ist – gemessen an der lange unterklassigen Ligazugehörigkeit – groß und durchaus vielfältig. Nach der Auflösung der „Curva Monasteria“ verteilen sich die Ultras in die Gruppen „Block O“ und „Deviants“ und auch im Stadion buchstäblich auf zwei Blöcke. Hinzu kommt im Block N der Bereich der Supporters, der für mehr übergreifenden Support die Aktion „Gemeinsame Kurve Münster“ ins Leben gerufen hat. „Diese Aktion in der Ostkurve war ein Riesenschritt nach vorne. Klar gibt es da auch mal unterschiedliche Vorstellungen zu Support und anderen Dingen, aber auch bei Konflikten geht es hier friedlich zu“, sagt Edo Schmidt. Und zu besonderen Anlässen klappt auch die blockübergreifende Zusammenarbeit, wie die Choreografie zum Pokalspiel gegen Werder Bremen im August 2012 belegt.

Choreo

Nicht einfach jedoch ist auch in Münster die Situation rund um das Thema Pyrotechnik. Lange wurden Bengalos geduldet, auch der Verein fuhr eine vergleichsweise sanfte Linie im Umgang mit zündelnden Fans. Seit einiger Zeit jedoch ist es die Polizei, die in Münster einen harten Kurs einschlägt und auf konsequente Strafverfolgung setzt. „Es werden zahlreiche Stadionverbote von der Polizei angeregt, die der Verein jedoch nicht alle umsetzt“, berichtet Edo Schmidt. Dank eines gut etablierten Anhörungsverfahrens, das die jeweiligen Bedingungen der Einzelfälle berücksichtigt, greifen in Münster auch Mechanismen wie Bewährungsauflagen. Die Teilnahme an Anhörungsverfahren, nachträgliche Gespräche und das Aufstellen von Sozialprognosen für die betroffenen Fans sind ein fester Bestandteil von Schmidts Arbeit. „In Münster funktioniert es so, dass die Fans entscheiden können, ob sie Fanprojekt und Fanbeauftragten bei den Anhörungen dabei haben wollen. Es gibt viele Gespräche, wir reden viel mit Fans und Verein. Das ist eine sehr gute Regelung.“ Weitere Konflikte zwischen Polizei, Verein und Fans sind jedoch nicht auszuschließen: Für Fans, bei denen der Verein trotz Vorschlag der Polizei kein Stadionverbot erließ, folgten stattdessen polizeiliche Betretungsverbote für das Stadion – „ein Eingriff in die Verbandsautonomie“, so Schmidt.

Choreo

Aussicht auf den Aufstieg

Für die Zukunft hat der FANport Münster eine stärkere Konzentration auf den Bereich der Arbeit mit jungen Fans geplant. Bereits im Sommer gastiert im Preußenstadion das U12-Streetsoccer-Turnier der Fanprojekte in Nordrhein-Westfalen und für die kommende Saison sind U16-Auswärtsfahrten geplant. „Damit reagieren wir auch auf die Entwicklungen rund um den sportlichen Erfolg, der viele neue junge Fans ins Stadion gebracht hat“, sagt Edo Schmidt. „Die wollen wir gerne auch in unsere Arbeit einbinden.“ Immerhin ist der Verein gerade vor zwei Jahren erst in die dritte Liga aufgestiegen, für den Fall eines erneuten Aufstiegs ist mit einer weiteren Veränderung und Erweiterung des Publikums zu rechnen. „Das kann die Strukturen in der Fanszene natürlich durcheinanderwirbeln und nicht immer nur positiv“, sagt Edo Schmidt. „Aber ich denke, sowohl wir als Fan-Anlaufstelle als auch die Fans selbst sind darauf vorbereitet.“

Mehr zum FANport Münster finden Sie auch in unserer Rubrik Fanprojekte.


FANport Münster – Anlaufstelle für Fußballfans

Hammer Straße 302
48153 Münster

Manuel Suttrup
Tel. 0160 7171518
E-Mail suttrup@outlaw-jugendhilfe.de

Edo Schmidt
Tel. 0151 61338940
E-Mail e.schmidt@outlaw-jugendhilfe.de

Homepage www.fanport-muenster.de

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