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28. Jan 2013

Erinnerungstag im deutschen Fußball

Gedenktafel

Seit 2005 gibt es den Erinnerungstag im deutschen Fußball. Rund um den 27. Januar, den Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, gedenken Vereine, Verbände und Fans durch verschiedene Aktionen der Opfer des Nationalsozialismus. Mit dabei sind auch die Fanprojekte.

Die Initiative, die eine Idee aus Italien aufgreift, ging von der Evangelischen Versöhnungskirche (versoehnungskirche-dachau.de/themen/pages/ProjekteFussball.htm) in Dachau aus, die im jüdischen Sportverein Maccabi München und den „Löwenfans gegen Rechts“ (www.loewen-fans-gegen-rechts.com) schnell Mitstreiter fand. Seit 2005 wird in Abstimmung mit DFL und DFB ein Textvorschlag (versoehnungskirche-dachau.de/all/download/...) zum Gedenktag versandt, der im Stadion verlesen werden kann. Die weitere Ausgestaltung ist den Vereinen und weiteren möglichen Initiativen überlassen, das Spektrum der Veranstaltungen ist vielfältig und auch Fanprojekte beteiligten sich an mehreren Orten an den Aktivitäten.

Aus der Geschichte lernen

Am 25. Januar veranstaltete beispielsweise das Fanprojekt Darmstadt eine Antifaschistische Stadtführung (www.ib-fanprojekt-darmstadt.de), um an historischen Orte in der eigenen Stadt über Verbrechen des Nationalsozialismus zu informieren: „Aus dieser Geschichte lernen, heißt heute: Im Stadion und im Alltag entschieden gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit Widerstand zu leisten“, schreiben die Kolleg/innen in Darmstadt.

Der Fanladen St. Pauli (www.stpauli-fanladen.de) ist auch 2013 bei den Veranstaltungen dabei: Nach einer kurzen Einführung am Treffpunkt am ehemaligen NSDAP-Parteigebäude gab es einen gemeinsamen Marsch zum Stadion, wo der Journalist Patrick Gensing über die aktuelle Neonaziszene berichtete. Eine Kranzniederlegung an der Gedenktafel vor dem Stadion bildete den Abschluss der Veranstaltung.

Auch in Augsburg standen die lokalen Bezügen zum Nationalsozialismus im Mittelpunkt. Am 26. Januar veranstaltete das Fanprojekt Augsburg (www.fcaugsburg.de/) einen Besuch auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Haunstetten (www.vvn-augsburg.de).

In Münster hat der FANport, das lokale sozialpädagogische Fanprojekt, aus Anlass des Erinnerungstages den Journalisten Werner Skrentny (www.fanport-muenster.de) eingeladen. Er wird am 31. Januar aus seiner Biografie über den Nationalspieler Julius Hirsch vortragen, der als deutscher Jude im KZ Auschwitz ermordet wurde.

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Das jüdische Erbe im deutschen Fußball

Die Fußballvereine beteiligen sich ebenfalls mit eigenen Veranstaltungen und über das Verlesen der Stadiondurchsage hinaus am Erinnerungstag. So fand in Nürnberg bereits am 22. Januar ein Festabend unter dem Titel „Jenö Konrad, Franz Salomon und der Club“ (www.fcn.de/news/artikel/evelyn-konrad-durchflutete-das-dunkle-kapitel-mit-licht) zum Gedenken an die jüdischen Aktiven des Clubs. Ehrengast der Veranstaltung war die aus New York angereiste Evelyn Konrad, Tochter des jüdischen Trainers Jenö Konrad. Zu seinem Andenken hatten die Ultras Nürnberg zum Derby gegen den FC Bayern München bereits eine eindrucksvolle Choreografie (www.faszination-nordkurve.de) präsentiert.

Dem Anteil jüdischer Spieler, Trainer und Mitglieder an der Vereinsgeschichte steht auch bei weiteren Klubs im Fokus: Der FC Bayern München veranstaltete am 27. Januar u.a. eine Lesung (www.fcbayern.telekom.de) mit Fußballautor Dietrich Schulze-Marmeling. Der Hamburger Sport-Verein bot am 27. Januar 2013, um 14 Uhr im HSV-Museum eine Tour zur NS-Geschichte des Vereins an, bei der die interaktive Lernstation zum Thema „Die Raute unter dem Hakenkreuz“ eingeweiht wird. Die Einnahmen kommen der Sammelaktion für die KZ-Gedenkstätte Neckarelz zugute. Dorthin wurde der ehemalige HSVer und Widerstandskämpfer Asbjorn Halvorsen deportiert. Der FC Schalke 04 weiht am 30. Januar im Beisein der Profis Benedikt Höwedes, Christoph Metzelder und Julian Draxler eine Gedenktafel für neun jüdische Mitglieder und Förderer, die während des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden, offiziell ein.

Das Portal „Fußball gegen Nazis“ (fussball-gegen-nazis.de) hat mit Klaus Schultz, Diakon der Versöhnungskirche, gesprochen. Hier werden auch weitere Veranstaltungen aufgelistet.

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